Rissmonitor Teil 1

Einsatz und Verwendung von Rissmonitoren - Risswächtern Teil 1

Rissmonitore - Risswächter werden bevorzugt bei der Überwachung von Bauwerks- oder Gebäudezuständen eingesetzt. Durch die Verwendung von Rissmonitoren oder Risswächtern ist es möglich, auftretende Bewegungen und Verformungen in Gebäude oder Bauwerksstrukturen schnell und sicher zu erkennen.

Die zeitnahe Erkennung von Bewegungen ist dadurch möglich, dass über bestehenden Rissen Rissmonitore oder Risswächter angesetzt werden. Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Die meisten der optischen Messgeräte wie Rissmonitore  – Risswächter bestehen aus zwei Teilen, welche rechts und links oder auch oben und unten über einem vorhandenen Riss angebracht werden.

Bei der Grundmontage der Rissmonitore - Risswächter werden die beiden Messplatten auf einen Nullpunkt justiert. Je nach Version der Messgeräte kann dies durch eine Tape-Fixierung oder durch vorgefertigte Fixierungsstecker erfolgen.

Die Montage der Rissmonitore - Risswächter kann entweder durch Schrauben oder auch durch Kleben erfolgen.

Allerdings ist bei der Montage der Messgeräte folgendes zu beachten:

Rissmonitore - Risswächter müssen immer auf einem stabilen Untergrund befestigt werden, welcher direkt mit dem tragenden Bauteil verbunden ist.

Um eine falsche Montage zu erklären, beschreibe ich Ihnen einen Fall einer fehlerhaften Montage:

Werden Rissmonitore oder Risswächter an oder in einem Außenputz befestigt, und der Außenputz hat sich in dem Montagebereich bereits vom Untergrund gelöst (hohlliegende Putzscheibe), übertragen sich die Bewegungen des Bauwerks mit Sicherheit nicht aussagekräftig auf Ihren Rissmonitor – Risswächter. Durch die hohlliegende Putzschale wird das Messergebnis verfälscht und kann zu einer absolut falschen Interpretierung des Schadens führen.  

Zur Vermeidung einer solchen Fehlmontage sollte die Putzfläche rechts und links vom Riss erst einmal auf ihre feste Haftung zum Untergrund / Mauerwerk überprüft werden. Dies kann zerstörungsfrei, z.B.  mit einem Resonanztaster erfolgen. Durch eine solche Vorprüfung wird sichergestellt, dass die Rissmonitore - Risswächter auch aussagekräftige Messergebnisse liefern.

Sollten Sie Ihren Rissmonitor - Risswächter dennoch an einer Stelle montieren müssen, an der holliegende Putzschichten vorhanden sind, haben sich zwei unterschiedliche Montageweisen von Rissmonitoren – Risswächtern bewährt:

Montagemöglichkeit a) Entfernen Sie den Putz in dem Bereich, in dem der Rissmonitor - Risswächter montiert werden soll. Anschließend wird die Fehlstelle wieder mit Material, wie z.B. Stuckgips (innen) oder Schnellzement (außen) putzbündig gefüllt. Über den Riss wird ein Estrichdämmstreifen eingelegt, welcher die anzubringende Putzplombe dauerhaft trennt. Nach dem Aushärten kann ein Rissmonitor - Risswächter montiert werden.

Montagemöglichkeit b) Entfernen Sie den Putz bis auf das tragfähige Mauerwerk und Kleben oder Schrauben Sie Ihren Rissmonitor - Risswächter direkt auf das tragfähige Mauerwerk auf. Diese Ausführungsvariante kann nur dann gewählt werden, wenn auf dem vorhandenen Mauerwerk eine kraftschlüssige Montage der Rissmonitore - Risswächter möglich ist.

In welchen Intervallen müssen Rissmonitore überwacht oder abgelesen werden?

Rissmonitore - Risswächter sollten in regelmäßigen Abständen ausgelesen werden. Allerdings stellt sich die Frage, welche Abstände sind angemessen und ausreichend?  

Folgende Faustformel hat sich bei der Dokumentation von Gebäubebewegungen mit Rissmonitoren oder Risswächtern bewährt:

Generell sind die Ablesezyklen an Gebäuden mit laufenden Umbauarbeiten häufiger durchzuführen, als an Gebäuden, an denen keine Bauarbeiten oder im Umkreis keine Bauarbeiten durchgeführt werden.

Bei Gebäuden ohne laufende Baumaßnahmen wird der erste Ablesezyklus  z.B. auf 2 Wochen festgelegt. Wird in diesem Zeitraum eine Veränderung festgestellt, wird der Ablesezeitraum halbiert. Wird keine Veränderung festgestellt, wird der Ablesezeitraum verdoppelt. Dieser Halbier- / Verdoppelungseffekt wird so lange ausgeführt,  bis man die Messreihe eingetaktet hat. Je nachdem, ob die Veränderung nun zum Stehen kommt oder zunimmt, können die Messzyklen wieder angepasst werden.

Wird keine messbare Risserweiterung festgestellt, heißt dass z.B. 2 Wochen, 1 Monat, 2 Monate,  4 Monate, 8 Monate.

Wird eine messbare Risserweiterung auf den Rissmonitoren – Risswächtern festgestellt, heißt das z.B.  2 Wochen , 1Woche, 3 Tage, täglich.

Bei Messfällen im Bereich laufender Baumaßnahmen ober bei großen Rissbreiten muss unter Umständen eine tägliche Kontrolle der Rissmonitore - Risswächter erfolgen.

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